Transparenz

Mein DIK-Weblog hat durchaus private Seiten. Ich veröffentliche hier nicht alles, was ich schreibe, ich kann mit einem Klick einen Eintrag als „privat“ markieren. Aber ich veröffentliche viel. Warum viel? Transparenz im Beruf ist mir wichtig, sie ist eine gute Grundlage. Ihre Güte zeigt sich in dem, was sie ermöglicht und in dem, was sie verhindert. Die Risiken sind im Vergleich dazu vernachlässigbar.
Mir als Lehrperson ermöglicht Transparenz vor allem:

– Rückmeldungen (von Lernenden, Lehrenden, Ausbildenden, Branchenkennenden)
– Austausch (mit denen)
– Supervision (von kompetenten Kolleginnen)
– Rechtfertigung (gegenüber Vorgesetzten, Steuerzahlern und allen anderen)
– Argumente (für Zeit, für Geld, für Urlaub, für besser eingerichtete Schulzimmer)
– Vertrauen (Lernende wissen, wie ich über sie rede und worüber ich nicht rede, z.B. Persönliches und Geschäftsgeheimnisse)

Sie verhindert:

– Unwahrheiten (Lernende merken, dass mein Schulzimmer im übertragenen Sinne offen ist)
– Korruption (ein hartes Wort und trotzdem nötig)
– Angst (jeder weiss, wie es läuft und kann sich vorbereiten)
– Ungleichbehandlung (Bevorzugung geht nicht bei Vergleichsmöglichkeiten)

Nachdenken über das Lehren

Der Buchtipp zum heutigen Unterricht war: Jürg Schüpbach, Nachdenken über das Lehren.
Daraus hat Theres die nachfolgenden „Petits Riens“ gelesen (Nr. 1 bis Nr. 13). Ich habe:
a) das durchgestrichen, von dem ich glaube, dass ich es „intus“ habe
b) das normal stehen lassen, bei dem ich mich verbessern kann
c) das fett angezeigt, was ich neu und bewusster machen will
1. Ankommen, nicht nur mit den Füssen: Konzentrieren Sie sich einen Augenblick auf sich selbst!
2. Die Höflichkeit der Könige: Rechtzeitig im Schulzimmer sein
3. Das erste Wort: Kontakt und Beziehung aufnehmen
4. Ordnung und Zimmergestaltung: Lernwirksame Äusserlichkeiten
5. Kein Zirkus, sondern Unterstützung des Lehrens und Lernens: Gute Medien und Geräte, die funktionieren
6. Zuerst kommt die Ouvertüre: Die Lektionenübersicht ermöglicht zielorientiertes Mitdenken
7. „Le ton qui fait la musique“: Die Stimme, das wichtigste Arbeitsinstrument des Lehrers
8. Mimik, Gestik, Körperhaltung: wir kommunizieren mit dem ganzen Körper
9. Unter anderem lebensnotwenig: Frische Luft!
10. Die Zeit fliesst – Carpe horam: Beachte die Zeit und nutze deine Stunde!
11. Ab und zu wichtig: „Zwischensichern“, damit das Gelernte nicht verloren geht.
12. Manchmal notwendig: Auf die Pannenspur wechseln oder ein „Time-Out“ auf der Reflexionsebene.
13. Drei Minuten vor dem Läuten: Bewusst abschliessen!
Ich bitte „meine“ Lernenden zu kommentieren, ob meine Einschätzung per heute stimmt.
UPDATE 23.10.2004: Nr. 11 „Zwischensichern“ ist nicht mehr durchgestrichen hier kann ich noch mehr machen.
UPDATE 27.10.2004: Nr. 8 ist nicht mehr herausgehoben, die Feedbacks sagen, ich hätte gut im Griff.
UPDATE 7.12.2004: Nr. 1 und Nr. 3 ist nicht mehr fett, hier ist es vorwärts gegangen und geht noch weiter.

Ziel Praktikum Ziel

Worum geht es im praktischen Teil? In Prosa, frei nach Kursunterlagen:
Ich bin in der Lage, Unterricht zu beobachten und meine Wahnehmung zu formulieren. Wenn es gut läuft – und das glaube ich, dass es das wird – motiviert mich das Hospitieren, mein Lehr- und Lernverständnis und meinen Unterrichten zu thematisieren und zwar so, dass ich und andere es verstehen. Ein praktischer Pflichtteil ist ein immer ein Anstoss sich auszutauschen und Theorie und Praxis zu verknüpfen.
Als Übungs- und Praktikumslektionen gelten „systematisch reflektierte Lektionen“, wobei ich hier Interpretationsspielraum sehe. Die Reflexion ist kein Sololauf, sondern wird gemeinsam mit anderen durchgeführt oder basiert auf Rückmeldungen der Lernenden zum Unterricht.